02.07.2009

Nationale Anbauverbote sollen gesetzlich einfacher geregelt werden.Das Schweizer Moratorium "für eine gentechnikfreie Landwirtschaft" wurde gestern vom schweizer Bundesrat um drei Jahre verlängert. In dieser Zeit sollen die "Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen" geprüft werden. Der Schlussbericht ist für Mitte 2012 geplant. Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG) begrüßte den Bundesrat-Entscheid. Sie sehen die Schweiz als Leuchtturm für die wachsende Bewegung der gentechnikfreien Regionen Europas. Derzeit ist die Schweiz das einzige Land in Europa mit einem Moratorium für den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Verboten ist der Anbau jedoch auch in Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen, Luxemburg. Die restlichen EU-Mitgliedstaaten verzichten auf den Gentech-Anbau oder haben gentechnikfreie Regionen gegründet.
Schweizerische Eidgenossenschaft: Gentechnikfreie Landwirtschaft: Bundesrat für verlängertes Moratorium
Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG: Flyer
Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG): Pressemitteilung
Schweizer Fernsehen: Gentech-Moratorium soll verlängert werden
Web-site: European Conference on GMO-free Regions, biodiversity & rural development03.07.2009

Honig kann leicht durch Gentech-Pollen verunreinigt werdenDer Bund Deutscher Berufsimker (DBIB) fordert, die Blüte des gentechnisch verunreinigten Maises zu verhindern. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurden auf Hunderten Hektar Mais ausgebracht, der mit der Gentech-Maissorte NK 603 verureinigt war. Da die Verunreinigung des Saatgutes erst nach Aussaat bekannt wurde, durften die Landwirte den Mais trotz kritischer Stimmen stehen lassen. Nun fürchten die Imker eine Verunreinigung ihres Honigs. Sie befürchten einen hohen Imageverlust und Umsatzeinbußen beim Honig.
Mexiko ist das Ursprungsland der Maispflanze. Im März 2009 wurde das Moratorium zum Anbau von transgenem Saatgut aufgehoben. Unterstützen Sie die mexikanische Organisation "Netzwerke zur Verteidigung des natürlichen Mais".
Erheben sie Einspruch!
Für alle, die sich praktisch engagieren wollen und einen grünen Daumen haben, ist die Bantam-Aktion genau richtig: Sie können gentechnikfreies Saatgut bestellen, Ihren Standort melden, sich mit anderen Aktiven austauschen und so ein praktisches Zeichen gegen Gentechnik setzen. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, also nichts wie raus in den Garten und rein in die Erde mit dem Mais!
Bantam-Mais.de
In Brüssel stehen wichtige Entscheidungen zur Zulassung von Gentechnik-Pflanzen in der EU an! Schicken Sie eine E-Mail an die entscheidenden deutschen Minister!
Aktion: Gentechnik-Alarm

Der deutsche Pharma-Konzern BAYER versucht gerade einen gentechnisch veränderten Reis auf den europäischen Markt zu bringen, der ein potenzielles Risiko für die Gesundheit der Menschen und für die Umwelt ist. Schreiben Sie eine Protest-Mail!
Greenpeace Österreich
Der Hungerstreik ist zwar beendet, die Aktion geht jedoch weiter: Unterstützen Sie die Forderungen von Bio-Bäuerinnen in Polen für ein konsequentes Verbot von Gentechnik-Mais! Schicken Sie einen Brief oder eine E-Mail an den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk!
Aktion in Polen

... dann wäre auch die gentechnikfreie Produktion bei den konventionellen Molkereien möglich. Würden Sie den Cent mehr zahlen? Dann beteiligen Sie sich an der Greenpeace-Aktion:
Greenpeace: Der Cent macht's

Seit dem 1. Mai 2008 können Unternehmen ihre Produkte mit der Kennzeichnung "ohne Gentechnik" versehen. Jetzt kommt es auf die VerbraucherInnen an, ob "ohne Gentechnik" zum neuen Standard im deutschen Lebensmittelhandel wird. Machen Sie mit bei der Aktion!
Aktuelle Aktionen im Überblick(...)
Trotz großer Verbraucher-Ablehnung ist der Kampf gegen Gentechnik in Europa noch längst nicht gewonnen. Dieser Reader zeigt warum: Aufsichtsbehörden, Forschungsinstitute und Firmen sind stark miteinander verstrickt und befördern so die Gentechnik in Deutschland.
Jörg Bergstedt: Organisierte Unverantwortlichkeit

Der amerikanische Chemie- und Biotech-Konzern Monsanto ist weltweiter Marktführer auf dem Gebiet von gentechnisch verändertem Saatgut: 90 Prozent der heute angebauten gentechnisch veränderten Organismen, darunter Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind Monsanto-Patente. Marie-Monique Robin enthüllt die fragwürdigen Aktivitäten, mit denen Monsanto zum größten Saatguthersteller weltweit avanciert ist, und schildert, welche Gefahren von den Produkten und der Macht des Konzerns für uns alle ausgehen.
DVA: Marie-Monique Robin - Mit Gift und Genen
Am 15. Januar ist der neue kritische Agrarbericht erschienen. Auch in diesem Jahr ist die Gentechnik Thema. Mit Beiträgen von Heike Moldenhauer, Ute Sprenger, Antje Lorch und Christoph Then werden die Widerstandsbewegung, die Heilsversprechen sowie die Rolle der Behörden in der Agro-Gentechnik beleuchtet.

Christoph Palme und Matthias Schlee liefern eine erste praxisbezogene Darstellung des Gentechnikgesetzes, des EG-Gentechnikdurchfürhungsgesetzes, die Gentechnik-Verfahrensverordnung und die Lebensmittelverordnung. Es bietet eine gute Arbeits- und Orientierungshilfe für alle, die sich intensiv mit dem Thema Agro-Gentechnik auseinandersetzen.
Christoph Palme, Matthias Schlee: Gentechnikrecht, Kommunal- und Schul-Verlag, 2009
Gentechnik kostet mehr als sie volkswirtschaftlich bringt. Das ist das Fazit des jetzt vorliegenden "Schadensberichts Gentechnik" des BÖLW, der Nutzen, Kosten und Schäden der Agro-Gentechnik auf nationaler und internationaler Ebene zusammenstellt. Wirtschaftlichen Schäden durch bereits eingetretene Kontaminationsfälle mit nicht verkehrsfähigen gentechnisch veränderten Saaten belaufen sich, soweit bekannt, weltweit bereits auf mehrere Milliarden US Dollar.
Wirtschaft und Gentechnik
Vom Gentechnik-Anbau betroffene Imker und Landwirte, Umweltverbände und Naturschutzbehörden haben häufig keine Chance, mit einer Klage vor Gericht gehört zu werden, da die bestehende Gesetzeslage eine Bürgerbeteiligung in Umweltbelangen nicht zulässt. Die Studie gibt eine Übersicht über die vielfältigen gerichtlichen Auseinandersetzungen rund um die Gentechnik und zeigt die praktischen und rechtlichen Probleme sowie Lösungsansätze.
● NABU, Januar 2009
Studie: Gentechnikrecht und Naturschutzrecht (2,1 MB)
Diese Studie des österreichischen Gesundheitsministeriums ist eine der wenigen Langzeitstudien, die es gibt. Sie zeigt, dass mit Gentech-Mais NK603xMON810 gefütterte Mäuse eine signifikant beeinträchtigte Fruchtbarkeit haben. Im Vergleich zu Mäusen, die mit herkömmlichem Mais gefüttert wurden, gebaren die mit Gentech-Mais gefütterten Tiere weniger und schmächtigere Junge.
BMGFJ: Biological effects of transgenic maize NK603 x MON810 fed in long term reproduction studies in mice
BMGFJ: Zusammenfassung der Studie auf deutsch
Zweijährige Untersuchungen ergaben, dass sich der Anbau von Bt-Mais nicht rechnet. Bei Körnermais ist davon auszugehen, dass ein Mehraufwand für Bt-Mais von ca. 60 Euro/ ha erst dann ökonomisch lohnend ist, wenn ca. 3 dt/ ha zu ca. 20 Euro/ dt mehr geerntet werden. Bei Silomais wird diese ökonomische Schwelle wirksam, wenn ein Mehrertrag von ca. 5% eintritt.
Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Heft 15/2008
Untersuchungen zum Anbau von GVO in Sachsen
Medizin vom Acker
Der Deutschlandfunk berichtet über "Pharming", gentechnisch veränderte Pflanzen, die zur Produktion von Arzneimitteln genutzt werden sollen.
Deutschlandfunk, Freitag 03.07.2009 um 19:15 Uhr
● Gentech-Kartoffel:
EFSA uneins über Amflora
● MON 810:
Gericht bestätigt Verbot - alle wichtigen Infos hier
● Patente:
Hessische Initiative droht zu scheitern
Im Südosten der USA sollen 260.000 gentechnisch veränderte Eukalyptus-Bäume gepflanzt werden. Bis zum 6. Juli kann die Petition an die US-Regierung unterzeichnet werden. Machen Sie mit!
Global Justice Ecology Project: zur Petition!
Bei Risikoregister.de werden die angemeldeten Freisetzungsversuche, frühere Wertprüfungs- standorte sowie Genraps-Kontaminationen in Deutschland geographisch und tabellarisch dargestellt. Über Googlemaps finden Sie außerdem die flurstückgenauen Standorte der Freisetzungsversuche sowie die Natur- und Vogelschutzgebiete im Radius von 6000 Metern.
Risikoregister
Die Nordeuropa-Chefin von Monsanto, Ursula Lüttmer-Ouazane, spricht in der SZ über das Verbot des Genmaises MON810, die Rolle von Horst Seehofer und über eigene Fehler.
sueddeutsche.de

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Die Guten Gründe online
Alle zwei Wochen der Nachrichten-Überblick, aktuelle Termine und Aktionen per Email
Monsanto - Mit Gift und Genen
Marie Monique Robins Dokumentation über die rücksichtslose Unternehmenspolitik Monsantos:
google.video
Werner Müller: Heimspiel der Industrie
Hier gibt es einen Mitschnitt eines Vortrages von Werner Müller über die europäische Zulassungspraxis von Gentech-Pflanzen.
Mitschnitt vom Werner-Müller-Vortrag
Genetic Engineering in Hawai'i
Die englische Reportage beschreibt die Gefahren des Gentechnik-Anbaus für die kleinen Inseln von Hawaii.
youtube.com
Reportage: Gentechnikfreie Regionen in Deutschland
In Deutschland werden gentechnikfreie Regionen von Landwirten gegründet, die sich gegenseitig verpflichten ohne Gentechnik zu arbeiten. Ein Kurzbericht dazu aus Brandenburg.
eed.de
Film: "The Future of Food"
Der Dokumentar-Film beschreibt, wie der Saatgut-Hersteller Monsanto Lebensmittel manipuliert und die weltweite Kontrolle über Nahrungsmittel anstrebt.
Ökofilm
Interview zum Infodienst
Über die Entstehungsgeschichte des Infodienstes, unsere Arbeit und die Aktionen, die wir unterstützen hören Sie das Interview auf
rdl
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